Island: Die Schönheit der Unannehmlichkeit - Tu Nguyen Wedding

Island: Die Schönheit der Unannehmlichkeit

A Journey in Iceland

"To unpathed waters, undreamed shores...
Für meinen Teil reise ich nicht um irgendwo anzukommen, sondern nur um unterwegs zu sein. Ich reise, des Reisens Willen. Das großartige ist das Bewegen."
– Robert Louis Stevenson

Wenn wir unser Leben im perfekten Griff haben, wir fühlen uns auch ein wenig leer. Ich glaube wirklich, dass ein bestimmter und gewisser Betrag der Unannehmlichkeiten unser Leben verbessert.

Wir leben in einer Zeit der Bequemlichkeit. Umständlich Dinge sind nicht unbedingt schön aber die schönsten Dinge sind umständlich, wie zum Beispiel Schwangerschaft, Heiraten, handgeschriebene Briefe, Wandern, analoge Kameras, Siegelwachs, gut und gesund essen, gedruckte Bücher, leben als ein respektabler Mensch, führen ein sehr wenig begangene Route tief in die Natur...

Wir sind wieder zurück aus Island nach Deutschland gekommen, wo wir über eine Woche verbracht haben, um unsere Seelen zu erkunden und erfüllen. Eine unvergessliche Reise, und wir haben davor einen gewaltigen Respekt gehabt, was wir gesehen haben. Ein einmaliges Erlebnis im Leben. Das umgebendes Gefühl der Herrlichkeit der Natur.

Nach zehn Tagen ging die Reise kreuz und quer durch Island zu Ende, aber die Euphorie und Magie, die Island auf uns mit seinem Zauber belegt hat, haben nicht aufgehört zu bestehen. Wir fuhren 2300km an der gesamten Küste, entlang der 1500 km lang Ringstraße Route 1, die diese atemberaubende Land umkreist. Wir wurden von der Kulisse verwöhnt. Tosenden Wasserfällen, großen Geysire, Gletscher, geothermischen heißen Quellen, wunderschöne Dörfe, Islandpferden, Lavafelsen, Polarlichter, Vulkane, Rentiere, Seen, Nationalparks, Meeresklippen...

Es ist schwierig und fast unmöglich zu beschreiben und zu vermitteln, was wir dort mit unseren eigenen Sinnen spürten. Meine Wörte und meine Bilder haben gescheitert, die isländischen Landschaften Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Dieses Land ist visuell faszinierend in gewisser Weise, die wir noch nie erlebt haben. Lauern hinter jeder Biegung bietet sich eine neue atemberaubende Landschaft. Wir sind machtlos gegenüber Mutter Natur.

Wir tauchten immer wieder in die Nacht, in die Größe der isländischen Landschaft, über die Landstraßen und sobald wir die Einsamkeit auf Alleinsein weiterentwickelten, gingen die Seelenfrieden nie von uns weg.
„Nur in ruhigem Wasser spiegeln sich Dinge klar. Nur in einem ruhigen Geist findet sich ein klares Spiegelbild des Ichs und des Lebens.“ - Hans Margolius
Der ungemein tiefe und weitgehend ungenutzte Vorrat der hervorragende Kreativität flog frei von innen heraus.

Wir trafen uns selbst. Wir wuchsen uns zusammen. Reisen ist die einzige Sache, die man kauft und einen reicher macht.

Tauchten völlig allein im weiten Ozean der Gedanken wandelt sich das Gesicht der Tiefe, , kamen wir zu der Erkenntnis, dass Isländer die stillen, unbesungen Helden sind. Im Gegensatz zu den umwerfenden Landschaften, legen alle menschgemachte Dinge bescheiden, unwesentlich, fast nicht existierend zurück. Sie ziehen sich hinter der Bühne zurück, um Platz für die Natur im Rampenlicht zu machen.

Nur wenige Straßen wurden gebaut, sie sind klein, einfach zweibahnige Straßen oder größtenteils empfindliche Gelände mit satten Farben und Staub, auf dem das Fahren mit jeweiligen Fahrzeuge untersagt ist.
Rustikalen, hölzernen Schildern, die in den Geruch von frischem Gras, Erde und Schafdünger eingetaucht sind.
Holzhäuser und Bauernhöfe mit Ökostrom lassen sich mit dem Bergfuß einblenden.
Unprätentiöse, dennoch stabile Brücke mit einem verwaschenen Aussehen, als ob sie von der isländischen Bauernhand gebaut würden.Sie fragen und schreien nicht nach Aufmerksamkeit!

Trotz der Finanzkrise liegt Island auf Platz 13 unter den am höchsten entwickelten Staaten der Welt und liegt das pro-Kopf-Einkommen in Island immer noch an der Weltspitze (über 51,000$) - sie haben mehr als genug Ressourcen, um ausgefallene Infrastrukturen zu bauen, um mehr Touristen anzuziehen. Das haben sie aber nicht gemacht.

Trotzdem boomt der Tourismus seit einigen Jahren mit hohen Zuwachsraten, und unkontrollierter Tourismus ist heute eine der größten Gefahren für viele Ökoregionen. Nach Island kommen die meisten Touristen, weil sie Ruhe in der unberührten Natur suchen. Doch die Insel entwickelt sich immer mehr zu einem beliebten Reiseziel für den Massentourismus, das die für die Landschaft und Natur bedrohlich wird.

Island sieht seine Zeit gekommen. 
Wird Island unter den Touristenmassen untergehen?

Ich hoffe, Island wird dieses Schicksal nicht erleiden.
Ich hoffe, die Isländer kämpfen stark dagegen.
Ich hoffe doch stark, das sich die Verantwortlichen besinnen, die aktuellen Entwicklungen zu lenken und zu moderieren bevor ein Zustand eingetreten ist, der sich nicht mehr rückgängig machen lässt.

Weil wahre Macht Bescheidenheit und Empathie erfordert, nicht Gewalt und Zwang. Da der Test der Stärke der Menschheit liegt nicht darin, die Natur unterdrücken zu können, sondern in die Fähigkeit unsere Zuhause zu schützen.


2016 © Tu Nguyen Hochzeitsfotografie  // +49 176 5650 8077 // Am Vorgebirgstor 13, 50969 Köln // contact@anhtunguyen.com

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